Reisebericht Bolivien 2025
Ausbildung, Begegnung und Abenteuer
1. Vorbereitung – Der Weg entsteht beim Gehen
Alles begann im Juni 2024 mit einem simplen Mail von Pesche: „Nimm Kontakt mit Sarah auf.“ Was daraus entstehen sollte, war weder vorhersehbar noch planbar – aber rückblickend war es ein Projekt mit Herz, Substanz und Wirkung.
Schon beim ersten Kontakt mit Sarah war klar: Es passt. Die Zusammenarbeit fühlte sich sofort herzlich, unkompliziert und motivierend an. Schon bald folgte die Zusage: „Wir kommen mit nach Bolivien. Für die nächsten zehn Jahre.“ Gemeinsam mit dem Team von @fire begannen die konkreten Vorbereitungen. Es wurde geplant, organisiert, diskutiert – mit einem Ziel vor Augen: den bolivianischen Park Ranger Wissen im Bereich Vegetationsbrandbekämpfung und Erste Hilfe zu vermitteln.
2. Anreise – Ein Abenteuer beginnt
Am 22. April 2025 ging es endlich los. Von Zürich nach Chicago, weiter nach Bogotá und schliesslich nach La Paz. Eine Reise mit Hürden – Immigration, knappe Umsteigezeiten, unbequeme Plätze, verspätete Landungen – aber auch mit vielen kleinen, herzerwärmenden Momenten: Flugbegleiterinnen, die unsere Mission unterstützten, spontane Gespräche dank unserer @fire-Jacken, Unterstützung durch das Flughafenpersonal.

Die Ankunft in La Paz war geprägt von dünner Luft (auf 4’200 m Höhe) und grosser Herzlichkeit. Sarah und Benny empfingen uns mit Coca-Tee, Omelette und liebevoll gepackten Begrüssungsgeschenken – inklusive WC-Rolle und Nüssen.
3. Rurrenabaque – Erste Schritte im Tiefland
Nach einem kurzen Weiterflug erreichten wir Rurrenabaque – 26 Grad, feuchte Hitze und eine Landschaft wie aus einem Abenteuerfilm. Im Hotel angekommen, begannen die letzten Vorbereitungen für den ersten Kurs: Kursinhalte abstimmen, Praxisorte besichtigen, Material begutachten – und anpassen. Denn manches, was vorhanden war, entsprach nicht ganz den Anforderungen.
Trotz Jetlag und nächtlichem Hahnenschrei starteten wir motiviert in die ersten beiden Kurstage. Die Begegnung mit den Ranger war durchweg herzlich, die Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden produktiv. Bei Temperaturen über 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit wurden Inhalte vermittelt, Modelle abgebrannt, Tools getestet – und gemeinsam viel gelacht und gelernt. Der Abschluss mit Diplomen, Schokolade und Umarmungen war emotional und zeigte: Unsere Arbeit kam an.
4. Ixiamas – Improvisation trifft Engagement
Nach einer holprigen Fahrt erreichten wir Ixiamas. Auch hier: herzlicher Empfang, viele Teilnehmende und grosses Interesse. Der Regen machte uns kurzfristig einen Strich durch die Praxis, aber wir passten den Kursablauf spontan an. Theorie am ersten, Praxis am zweiten Tag – das Wetter spielte mit.

Besonders eindrücklich war der Moment, als ein Ambulanzflugzeug auf dem stillgelegten Flugfeld landete – und wir spontan Spalier standen. Auch das medizinische Beispiel mit einer von Ameisen geplagten Teilnehmerin führte plastisch vor Augen, wie wichtig die Erste Hilfe ist. Der emotionale Abschied mit Grillspiessen und vielen Umarmungen bestätigte den Erfolg des Kurses.
5. El Patima – Rangergeist im Urwald
Am 1. Mai 2025 fuhren wir ins Camp in El Patima. Es war heiss, laut und lebendig. Die Zelte waren bereits aufgestellt, das Empfangskomitee grossartig. Die Ranger hier brachten viel Erfahrung mit, und die Gespräche am Lagerfeuer offenbarten eindrückliche Geschichten über ihre Einsätze – von 16-tägigem Dauereinsatz im Amazonas bis zum Überleben mit Pfützenwasser.
Die praktische Ausbildung war intensiv: Hitze, Feuer, Rauch – und eine grosse Lernbereitschaft. Besonders eindrücklich war die Übergabe der Diplome und Geschenke. Die Freude der Teilnehmenden war greifbar, viele wollten sich mit uns fotografieren, einige vergossen sogar Tränen. Jeder bekam ein Gilet oder Hemd geschenkt – eine berührende Geste der Dankbarkeit.
6. Abschied und Rückreise – Mit dem Herzen voller Erinnerungen
Nach dem emotionalen Abschied führte uns die Reise in ein Tierschutzreservat – eine Überraschung von Sarah. Mitten in der Nacht kamen wir bei strömendem Regen an. Die Atmosphäre erinnerte an Jurassic Park – und war dennoch wunderbar. Vogelgesang am Morgen, Ruhe, ein Moment zum Durchatmen.

So ging unsere Reise zu Ende – mit viel Gepäck im Herzen: unzählige Eindrücke, intensive Begegnungen, bewegende Geschichten, inspirierende Menschen. Was bleibt, ist Dankbarkeit. Und die Gewissheit: Wir haben nicht nur gelehrt – wir haben auch gelernt.