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Waldbrandbekämpfung // WFF

Seit nunmehr fast 10 Jahren befasst sich @fire mit der Ausbildung ihrer Mitglieder in der überregionalen Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung und verfügt so mittlerweile über ständig einsatzbereite Spezialkräfte. Diese Crews sind spezialisiert auf

  • den Schutz von Häusern (structure protection)
  • den schnellen Erstangriff eines Brandherdes (initial attack) ggf. auch per Helikopter
  • das direkte Arbeiten an der Flammenfront (hot lining)
  • das indirekte Arbeiten an der Feuerfront durch Anlegen von Schutzschneisen und dem Ausbrennen dieser Schneisen (Burnout)

Der Vorteil dieser Crew ist die schnelle Einsatzbereitschaft, der problemlose Transport und die hohe Mobilität. Nicht nur in schwer zugänglichen Regionen hat sich diese Einsatzform bewährt. In der Kombination mit Wasserabwürfen von Flugzeugen / Helikoptern und sofern das gelände zugänglich ist mit Löschfahrzeugen kann eine Handcrew dann ihre volle Schlagkraft entfalten.

Eine schnelle Einsatzbereitschaft ist dadurch gegeben, dass für den Transport alle Einsatzmaterialien wie Handwerkzeuge, Motorkettensägen, kleine Pumpen mit Schläuchen und Armaturen, Kommunikations- und Einsatzlogistik in Transportkisten verpackt und ständig einsatzbereit sind. Eine Handcrew umfasst je nach Einsatzlage 10 bis 20 Mitglieder.

Ausbildungswochenende Selital

Wie jedes Jahr traf sich das @fire Team Schweiz zu einem Ausbildungs- Weekend. Wir durften bereits zum zweiten Mal die Obere Hubelhütte im Selital benützen.

Nach einem ausgiebigen Frühstück und der Ankunft der letzten Teilnehmer stand das Arbeiten in schwierigen Gelände auf dem Programm. Ein, bereits am Vorabend rekognoszierter Hang, direkt hinter der Hütte bot ideale Trainingsmöglichkeiten. Es bot sich ein steiler Abhang, welcher jedoch nicht Felsig war, sondern einen üblichen Waldboden mit Humus und Laubüberdeckung aufwies. Das Szenario zeigte, dass auch in steilem Gelände gearbeitet werden muss. Aus diesem Grund liegt das Augenmerk im Training und der Anwendung der Seiltechnik. Zudem wurde analysiert welches Material allenfalls für eine Beschaffung in Frage kommt. Das Material dient nur zur Eigensicherung und zur Arbeitsunterstützung.

Nach der Repetition von diversem Material richteten wir als erstes ein Geländerseil zur Abseilstelle für einen sicheren Zugang ein. Danach konnte jeder Teilnehmer über ein fixes Seil das Ablassen und den Aufstieg am Hang üben. Auf dem Rückweg zur Hütte passierte es dann doch, unser Teamleiter rutschte beim Abstieg aus und konnte nicht mehr aufstehen. Was zu einer kurzen Unsicherheit im Team führte, stellte sich als spontane Erste-Hilfe-Übung heraus. Unter der Aufsicht unseres Teamarztes wurde der Patient betreut. Der supponierte offene Schienbeinbruch wurde verarztet und dann mit einer improvisierten Schiene stabilisiert. Das Aufgebot des Hubschraubers und die Suche nach einem geeigneten Landeplatz fehlte ebenfalls nicht. Patient gerettet!

Nach einem kurzen Mittagessen starteten wir zu einem ersten Aufstieg zum Parkplatz mit diversem Material. Den Weg nutzen wir ebenfalls zur Geländekunde und Handhabung des Kestrells. 2-3 Fallbeispiele nach folgendem Schema: Angenommen unterhalb unserer Position (ca.150-200m Abhang) ist die Brandentstehung. Frage: Was passiert? Wie verhält sich das Feuer? Wie breitet es sich mit dem aktuellen Wind aus? Welche Intervention wäre möglich, nötig?

Für die ersten war somit der Ausbildungsblock bereits zu Ende und wir verabschiedeten uns. Der Rest der Gruppe stieg nach einer kurzen Getränke- und Glacepause wieder zur Hütte ab wo der Vorabend noch im Zeichen des Selbststudiums stand. Das Kestrell wurde noch einmal in Detail getestet und Unterlagen zu Stoppelfeldbrand und Waldbrandbücher gelesen. Der Abend endete mit viel Grillfleisch, Beilagen und fantastischen Desserts.

Am Sonntag dann Frühstück, und klar Schiff machen in der Hütte. Danach Aufstieg zum Parkplatz.

Somit war ein gelungenes Ausbildungsweekend 2015 wieder vorbei. Wir bedanken uns bei allen die daran Teilgenommen haben. Allen welche wiederum kulinarische Köstlichkeiten dazu beigetrage haben und natürlich für die Benützung der Hütte.